Kunstausstellung in Achim

Ulrich Schwecke

"One day i will fly", Bilder und Objekte

Besuchen Sie die Vernissage "One day i will fly", am 21.04.2022, um 19 Uhr, in der Bremischen Volksbank, Achimer Brückenstraße 7, 28832 Achim. Die Begrüßung erfolgt durch Detlev Herrmann, Vorstand der Bremischen Volksbank. Zur Einführung findet ein Künstlergespräch mit Ulrich Schwecke und Ute Gajus, Geschäftsstellenleiterin, statt.

Vögel stehen für grenzenlose Freiheit. Und der Wunsch, frei zu sein wie ein Vogel, ist auch eine allzu menschliche Sehnsucht. Doch wovon wollen wir uns eigentlich befreien? Und was hindert uns? In der Ausstellung „One day I will fly“ geht der Bremer Künstler Ulrich Schwecke Fragen wie diesen nach und setzt sich zudem mit aktuellen Geschehnissen unserer Zeit auseinander.

Anhand von Objekten und Installationen experimentiert Schwecke dabei mit Dogmen und Widersprüchlichkeiten, setzt scheinbar gegensätzliche Materialien in Beziehung. Auf diese Weise stellt er Kontraste oder auch Balancen her, die jeweils Assoziationsspielräume eröffnen und Spannungen erzeugen. Beispielhaft hierfür steht das Objekt „Läufer/Aufbruch“, ein Wurzelholz, dem zwei weiße Federn erstaunliche Leichtigkeit verleihen. In die Wahl des Material und der Themen von Schweckes Werken spielen auch persönliche Erfahrungen hinein. Etwa das Leben des eigenen Vaters, das den Künstler zur Auseinandersetzung mit ganz Grundsätzlichem veranlasste. „Mein Vater war Soldat im Zweiten Weltkrieg“, erläutert Schwecke, „und gehörte damit einer Generation an, deren Leben auch in der Nachkriegszeit noch von starren Glaubenssätzen und Strukturen geprägt war.“ In den letzten Jahrzehnten widmete sich der Vater einer Kanarienvogelzucht und hinterließ eine Vielzahl verschiedenster Käfige. „Ist es nicht ein Widerspruch, einen Vogel – das Symbol der Freiheit schlechthin – einzusperren?“ In seinen neuen Arbeiten weitet Ulrich Schwecke diese Überlegung aus, macht die Ambivalenz innerer und äußerer Zwänge zum künstlerischen Forschungsgegenstand und lotet auch Möglichkeiten einer Befreiung aus.

Thematisiert wird dieser Widerspruch beispielsweise anhand von Buchobjekten, deren Seiten einzelne Federn zu entwachsen scheinen: einer Bibel ebenso wie dem Kommunistischen Manifest oder einem Ratgeber mit vielversprechenden Börsentipps. „Alle drei Bände stehen mit ihren Glaubenssätzen und Ideologien für Verheißung oder Erlösung – aber auch für das genaue Gegenteil“, betont Schwecke. Neben den ganz neuen Objekten und Installationen zeigt Ulrich Schwecke außerdem Werke der vergangenen Jahre: Montagen aus der Serie „Where are we now?“ sowie Übermalungen und Fotografien aus der Reihe „Die Poesie der Unschärfe“. Auch mit diesen Bildern erweist sich Schwecke als ein aufmerksamer Beobachter, der seine Sujets nicht sucht, sondern findet.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni 2022 während der Servicezeiten montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr und montags von 14.30 bis 18 Uhr zu besichtigen. Ein Besuch außerhalb der Servicezeiten ist nach Anmeldung möglich.

Bremische Volksbank eG
Achimer Brückenstraße 7
28832 Achim

Weitere Werke sind im Weinhaus „Alte Mühle“, Asmussstr. 2 in Achim ausgestellt.

Werke

Ulrich Schwecke