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Holzobjekt

Kunstausstellung in Achim

An dieser Stelle informieren wir Sie zu unseren regelmäßigen Ausstellungen in der Geschäftsstelle Achim.

Mit Eisen, Hammer, Kraft und Geschick

Mit kräftigen Hammerschlägen bearbeitet er das glühende Eisen, bis es die gewünschte Form annimmt. Welche große schöpferische Vielfalt dabei entstehen kann, das zeigt die neue Ausstellung in der Bremischen Volksbank Weser-Wümme in Achim. Ab dem 12. November sind dort Skulpturen, Malerei und Grafiken des Eisenbildhauers Ulrich Schmied zu sehen unter dem Titel „Eisen(t)räume“.

Der Künstler wurde 1963 in Celle geboren. Seine Skulpturen entstehen in seiner Werkstatt in Hilgermissen (Landkreis Nienburg). Er schafft es, massiven Stahl und Eisen federleicht, schwebend und fast tänzerisch wirken zu lassen. Seine große Schmiede ist das Herzstück seines kunsthandwerklichen Schaffens. Darin befindet sich eine offene Feuerstelle, ein schwerer Amboss sowie viele Hämmer und andere Werkzeuge. Ein Eisenraum, in dem er seine Träume mit Manneskraft zum Leben erweckt.

Das schöpferische Erbe

Die kreative Ader liegt tief in seiner Familiengeschichte. Sein Vater war professioneller Maler. Schon als Kind hat er ihm über die Schulter geschaut und die Entstehung von Welten auf Leinwänden hautnah miterlebt. Dieses reiche Erbe ist bis heute präsent. In der Atelierwohnung hängt ein eindrucksvolles Gemälde des Vaters. Es ist Inspirationsquelle und liebevolles Andenken, aber es war auch eine kleine Last. Denn ständig wurde er früher mit seinem Vater, dem Maler, in Verbindung gebracht. Darum nahm er 1985 einen Künstlernamen an. Zudem gab es in seinem Freundeskreis drei Ulrichs, die kurzerhand nach ihren Berufen unterschieden wurden.

Fast alle Räume des großes Wohnhauses stehen voller Kunstobjekte: Skulpturen, Formen und Kreationen, die Geschichten erzählen. Dort hängen aber auch viele Gemälde, denn im Winter sei es zu kalt in der Werkstatt. „Dann male ich im warmen Haus.“ Einige dieser Malereien werden in der Achimer Ausstellung zu sehen sein.

Künstlerischer Werdegang

Als Heranwachsender sei er „klein und schmächtig“ gewesen, sagt er, und er habe sich gedacht: „Wenn ich Schmied werde, vielleicht werde ich dann stark.“ So absolvierte er eine Schmiedelehre und erlernte alle handwerklichen Fertigkeiten, die mit Eisen zu tun haben: etwa schmieden, schlossern, drehen und feilen.

Nach seinem Zivildienst kaufte und restaurierte er eine alte Dorfschmiede in Nordfriesland. Dort arbeitete er als Skulpturen- und Kunstschmied sowie intensiv in der Denkmalpflege. 1990 erhielt er ein Stipendium in Venedig bei dem weltbekannten tschechischen Kunstschmied Prof. Alfred Habermann. Mehrfach war er seitdem Preisträger bei internationalen Schmiedefestivals, etwa in Tschechien, Polen und Italien. Seine Arbeiten wurden bundesweit und darüber hinaus an zahlreichen Orten ausgestellt. Seitdem reizt ihn ausschließlich das schöpferische Tätigsein. „Ein Zauberer muss nicht groß und stark sein. Wir zaubern mit unseren Händen.“

Zauberer und Poet am Amboss

Von 2012 bis 2016 lebte er in Schaffhausen und betrieb dort eine Skulpturenschmiede. 2020 verlegte er seine Werkstatt nach Hilgermissen und schmiedet dort seine Figuren. Es sind stets Skulpturen, die etwas erzählen können. Dazu schreibt er seit einigen Jahren auch die ein oder andere Kurzgeschichte, meistens Fabeln. Darum wird Ulrich Schmied auch als Poet des Hammers bezeichnet.

Immer wieder hat er neue Ideen. Ab dem Sommer 2024 baute er viele Schiffe und Boote aus Eisen und gründete wenig später „die kleinste Werft Niedersachsens“. Mehr als 100 Schiffe sind in seiner Werft vom Stapel gelaufen: schnittige formschöne Segler und auch schwere Pötte. Originelle und humorvolle Elemente bereichern seine Schiffe. Er gibt jedoch „freimütig zu, dass fast keines meiner Schiffe schwimmen kann“.

Am Anfang stehen bei seinen Arbeiten Skizzen, von denen er einige später in Grafiken umsetzt, die seine Ausstellungen bereichern. Aktuell stehen Skulpturen mit floralen Akzenten im Vordergrund,

die auch in Achim zu sehen sein werden. Die Schau „Eisen(t)räume“ bietet einen guten Überblick über sein vielfältiges Schaffen, denn jeder Raum in der Volksbank steht unter einem anderen Thema.

Kunstgespräch und Musik

Die Vernissage bietet die Gelegenheit, den Künstler kennenzulernen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Sie beginnt am Donnerstag, den 12.11.2026 um 19 Uhr mit einer Begrüßung durch Detlev Herrmann, Vorstandsmitglied der Bremischen Volksbank Weser-Wümme. Anschließend findet ein Gespräch zwischen dem Künstler und der Kuratorin Ute Gajus statt. Die musikalische Umrahmung mit akustischem WeltJazz des Quartetts „Together Again“ passt bestens zur Vernissage. Ulrich Schmied liebt nämlich Musik und hat darum aus Stahl und Schrott sogar ein Jazz-Orchestra geschmiedet.

Die Ausstellung ist bis Ende Februar 2027 während der Servicezeiten montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr und montags von 14.30 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt zur Vernissage ist wie immer frei. Weitere Werke sind im „Weinhaus alte Mühle“ in Achim, Asmusstraße 2 ausgestellt.