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Holzobjekt

Kunstausstellung in Achim

An dieser Stelle informieren wir Sie zu unseren regelmäßigen Ausstellungen in der Geschäftsstelle Achim.

Zwischen Kettensäge und Leinwand

Formen entstehen, verändern sich und kehren zurück. Dabei wird Wiederholung zum lebendigen Prozess von Zeit, Bewegung und Suche. Ab dem 19. Februar ist die Ausstellung mit Skulpturen, Malerei und Scherenschnitt von Edeltraud Hennemann zu sehen in der Bremischen Volksbank Weser - Wümme in Achim unter dem Titel „wieder & wieder…“.

Die in Karlsruhe geborene Künstlerin Edeltraud Hennemann blickt auf einen unkonventionellen künstlerischen Werdegang zurück: Nach einer Ausbildung zur Erzieherin und einer langjährigen Tätigkeit als selbstständige Kauffrau widmete sie sich ab 2003 voll und ganz der Kunst. Sie absolvierte ein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen, das sie 2007 erfolgreich abschloss. Von 2009 bis 2011 bildete sie sich weiter an der Europäischen Kunstakademie in Trier.

Scherenschnitt

Fragile Strukturen und rhythmische Prozesse

Hennemann ist vor allem für ihre außergewöhnliche Kombination aus abstrakter Malerei und Holzbildhauerei bekannt. Ihre Gemälde bestechen durch geometrische Formen und architektonische Elemente, die oft erst auf den zweiten Blick ‚filmische Geschichten‘ preisgeben. Mit der Kettensäge erschafft sie aus ganzen Holzblöcken filigrane, teils farbig akzentuierte Skulpturen, die oft ‚zwischenmenschliche Geschichten en miniature‘ erzählen. „Die Säge läuft dabei nach meinen inneren Fotos und gestaltet für mich“, so Hennemann.

In der Volksbank zeigt sie zudem eine raumgreifende Papierschnitt-Installation, die sich als durchlässiges Geflecht entfaltet. Florale Anklänge, organische Linien und fragmentierte Figuren verbinden sich zu einer vielschichtigen Bildfläche, die Licht und Raum mit einbezieht. Das fragile Material steht in Spannung zur Präzision des Schnitts - ein Wechselspiel aus Zartheit und Konzentration, aus Ordnung und freier Bewegung.

Reduzierte Formen und sanfte Farben

In den Bildern wird diese Haltung fortgeführt. Reduzierte Formen, zurückgenommene Farbigkeit und bewusst gesetzte Spuren lassen Prozesse sichtbar werden. Überlagerungen, Verwischungen und Wiederholungen erzeugen einen Zustand zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Erinnerung und Gegenwart.

Die gezeigten Objekte greifen das Prinzip des Seriellen und Rhythmischen auf. Geschichtete, durchbrochene oder gerasterte Strukturen verweisen auf Zeit, Arbeit und Materialität. Auch hier ist das ‘Wieder und wieder’ als physische Erfahrung spürbar - als langsames Aufbauen, Durcharbeiten und Offenlassen. Gemeinsam bilden die Arbeiten ein Ensemble, das weniger auf einen abgeschlossenen Zustand zielt als auf einen fortlaufenden Prozess.

120x140

Aus Fotos von Pusteblumen

Eine weitere Installation bildet ein Kreis von 80 cm Durchmesser aus Pusteblumen, die zum richtigen Zeitpunkt gesammelt und dauerhaft haltbar gemacht wurden. Aus Fotografien dieser Pusteblumen entsteht zudem eine holografische Bildwand, die den Eindruck vermittelt, als würden sich die Samen im Vorübergehen gerade auflösen und davonschweben – ein Bild für Vergänglichkeit, Erinnerung und den Moment des Loslassens.

Die Raster-Holzarbeiten, ebenfalls mit der Kettensäge gefertigt, entstehen aus dem Wechsel von Zerstörung und Ordnung. Durchbrochene Flächen, wiederkehrende Schnitte und offene Strukturen formen Kreise und andere geometrische Formen, in denen sich das Spannungsfeld von Kontrolle, Rhythmus und Auflösung materialisiert. Die Ausstellung lädt dazu ein, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu entdecken und die leisen Verschiebungen wahrzunehmen, die im Wiederholen entstehen. Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Institutionen und Galerien präsentiert.

Seit über zehn Jahren betreibt Edeltraud Hennemann zudem die Galerie Lichthof Kunstfabrik in Bremen. Sie ist ein fester Bestandteil der regionalen Kunstszene und ein Ort für kulturelle Begegnungen. Hier haben Kulturschaffende die Möglichkeit, ihre Arbeiten in charmanter Atmosphäre zu präsentieren. Die ehemaligen Fabrikräume werden für Ausstellungen, Lesungen, Musik und Vorträge genutzt.

Künstleringespräch

Die Vernissage findet am Donnerstag, 19.2.2026 um 19 Uhr statt und beginnt mit der Begrüßung durch Detlev Herrmann, Vorstandsmitglied der Bremischen Volksbank Weser-Wümme. Es folgt ein Gespräch der Künstlerin mit der Geschäftsstellenleiterin Ute Gajus.

Die Ausstellung ist bis Ende April 2026 während der Servicezeiten montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr und montags von 14.30 bis 18 Uhr zu besichtigen. Ein Besuch außerhalb der Servicezeiten ist nach Anmeldung möglich. Weitere Werke sind im „Weinhaus alte Mühle“ in Achim, Asmusstraße 2 ausgestellt..